Exkursion zum Braunkohlenkraftwerk  Boxberg am 16.09. 2015 Zurück

Am Morgen des 16. September 2015 startete unsere  Regionalgruppe zur Exkursion zum Braunkohlenkraftwerk Boxberg in der Lausitz. Nach langer Fahrt auf der A4 bis zur Abfahrt Bautzen erwarteten uns auf der Landstraße bis Boxberg umfangreiche Umleitungen, die aber unseren Zeitplan nicht beeinträchtigten.

Am Werkstor wurden wir von unserem Werksführer erwartet und freundlich begrüßt.

Im Empfangsraum wurde n uns die wichtigsten Informationen anhand von Schautafeln und Modellen zur Stellung der Braunkohlenkraftwerke innerhalb der Energieversorgung und ihre Funktion gegeben.

Bei der Bruttostromerzeugung in Deutschland 2013 hatte die Braunkohle einen Anteil von 25,6 %, der annähernd geblieben ist.

Der Grundstein für das Braunkohlenkraftwerk Boxberg wurde 1968 gelegt. Bereits drei Jahre später gingen die ersten Blöcke ans Netz. Mit einer Kapazität von 3.520 Megawatt war 1979 Boxberg das größte Braunkohlenkraftwerk Deutschlands und so ein markantes Wahrzeichen des sächsischen Energiestandortes.

Inzwischen gehört das Werk zum internationalen  Konzern VATTENFALL, der innerhalb der BU Mining & Generation operiert.

Die Altanlagen der Werke I und II mit je 210 MW-Blöcken wurden stillgelegt. Hierfür liefert seit dem Jahr 2000 ein neuer 900-MW-Block (Werk IV) hocheffizient Braunkohlestrom. Die 500-MW-Anlagen aus den 1970er Jahren (Werk III) wurden nachgerüstet und auf den heutigen Standart gebracht. Mit dem 675-MW-Neubaublock R wurde im Februar 2012 die Stromerzeugungskapazität auf 2.575 MW erweitert.

Die Rohbraunkohle wir aus den Tagebauen Nochten und Reichwalde per Bahn und Gurtförderer geliefert, gebrochen, zu Staub zermahlen und getrocknet. Bei Volllast werden täglich 65.000 T Braunkohle benötigt.

Zum Kraftwerksprozess gehört zur Dampferzeugung und Kühlung Wasser, das mehrfach gereinigt und ohne qualitativen Einschränkungen dem allgemeinen Wasserkreislauf zugeführt wird.

Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen wird angeliefert und in den 500-MW- Blöcken mit der Rohbraunkohle umweltverträglich verbrannt, d.h. entsorgt.

Für die Rauchgasentschwefelungsanlage  wird Kalkstein benötigt, der fein gemahlen und mit Wasser vermischt  das im Rauchgas enthaltene Schwefeldioxid bindet.

Der erzeugte Strom wird mit 27 kV zur Schaltanlage Bärwalde geleitet und dort in das Stromnetz des Übertragungsnetzbetreibers  eingeleitet.

Ein Teil der bei der Energieumwandlung entstehenden Wärme wir aus dem Prozess ausgekoppelt und zur Fernwärmeversorgung der am Standort angesiedelten Firmen, die Gemeinde Boxberg und die Stadt Weißwasser genutzt.

Die anfallende Asche wird in Silos zwischengelagert und dann hauptsächlich zur Verfüllung der  ausgekohlten Tagebaue verwendet. Ein geringer Teil kommt in der Bauindustrie zum Einsatz.

Gips ist ein Nebenprodukt in den Rauchgasentschwefelungsanlagen und ist sogar dem Gips aus Naturlagerstätten qualitativ überlegen und wird als REA - Gips in der Baustoffindustrie verarbeitet.

Die entstehenden Rauchgase werden vollständig gereinigt und über Kühltürme abgeleitet. Die gesetzlich vorgeschriebenen Emissions – Grenzwerte  zu Schutze der Umwelt werden eingehalten und sogar unterschritten.

 An Veredlungsprodukten werden Braunkohlenbrikett, Braunkohlestaub und Wirbelschichtbraunkohle geliefert.

Nach dieser umfassenden Darstellung des Braunkohlenkraftwerkes Boxberg schritten wir zur Besichtigung.

Erstes Ziel war das Kesselhaus von Werk IV mit 2 Kessel und der imposanten Höhe von 159 m.  Die Stahlstützen/Träger für die frei hängenden Kessel waren beeindruckend, den im Brennbetrieb kann sich ein Kessel bis 70 cm ausdehnen.

Das zweite Ziel war die Turbinenhalle mit 2 Kondensationsturbinen und 3000 min-1 Nenndrehzahl (für 50 Herz).Die gekoppelten Generatoren mit Leistungen von 1160 und 845 MVA und 27 kV Nennspannung.  Für Technikfans eine Augenweide.

Zum Abschluss fuhren wir mit den Lift auf das Dach des Generatorenhauses und das Dach des Kesselhauses. Der Blick über die weite Landschaft bis zum Kraftwerk Schwarzen Pumpe war beeindruckend und die Kraftwerkstechnik ein Erlebnis.


Wir dankten unserem Werksführer.


Unser nächstes Ziel war die Speisegaststätte Lindenhof, wo uns je nach Wahl ein dick paniertes Schnitzel oder Seelachs erwartete.


Georg Watzik


Besuch des Lausitzer Findlingspark Nochten


Nach dem Mittagessen im Lindenhof war unser Ziel der Findlingspark in Nochten, den wir nach kurzer Fahrt erreichten.

Die Idee für den Findlingspark stammt von Dr. Hans Ullrich der mit Klaus Kotzen und vielen weiteren Mitarbeitern den kunstvoll gestalteten großflächigen (20 ha) Landschaftspark in den Jahren 2000 bis 2003 aufbauten.

Die eindrucksvollen Steinmonumente (ca.7000 Findlinge) und Gewässer sowie die überwältigende Artenvielfalt einer in immer neuen Farbenpracht  erblühenden Pflanzenwelt.

Für uns war der Gesamteindruck überwältigend schön, ob Heidegarten, Teichgarten oder Steingarten. Auf bequemen Rundwegen haben wir die Schönheit des Parks unter Führung einer sachkundigen Hostess erwandert. Besonders beeindruckte uns „Klein-Skandinavien“, wo auf einem weitläufigen Hügel die Findlinge exakt dort  auf einer Landkarte platziert waren, wo die Eismassen sie vor einigen Hunderttausend Jahren  mitgerissen und in die Lausitz transportiert haben.

Dem gemeinnützigen Förderverein Lausitzer Findlingspark Nochten e.V. gilt unsere Anerkennung und der Wunsch für eine gedeihliche Entwicklung.

Den zünftigen Abschluss bildete eine Visite im Besucherzentrum und Cafeteria bei einem Pot Kaffee und wohlschmeckenden Kuchen.

Die Exkursion hat uns ein Stück unserer  schönen Heimat mit gepflegten Ortschaften und ein wichtiges Industriegebiet anschaulich näher gebracht.  Unserem Bergkameraden Gunter Schlicke als Organisator

unser Dank.


Georg Watzik