Exkursion zur Grube Mauritius/Christoph-Stolln  in Abertamy am 21.09.2016 Zurück

Am Morgen des 21. September 2016 startete unsere  Regionalgruppe Chemnitz mit 28 Bergkameraden  und Berkameradinnen  zur  Besichtigung des Tschechischen Kulturdenkmals  „Grube Mauritius mit Besucherstollen Christoph“ (Národní  kulturní  památka Dûl  Mauritius) .

Während der Fahrt durch das sächsische Erzgebirge hielt Bergkamerad  Dr.  Manfred Schauer einen sehr informativen Vortrag über den Uranbergbau in Tschechien. Mit Angaben zur Geologie und zu Fördermengen im Joachimsthaler und Pribramer Revier. Auch die Ausführungen zu den Arbeitsbedingungen waren aufschlussreich (nach 1945 deutsche Kriegsgefangene, 1948 bis 1953 tschechische politische Häftlinge. Der Stollen Nr.1 ist seit 2015 als Museum und Gedenkstätte (Denkmal) eingerichtet)  

Die Grube „Svornost“ (Einigkeit) lieferte für die Wissenschaftlerin MARIE CURIE  die notwendige Uranpechblende für die Entdeckung des Elementes RADIUM.

Die radonhaltigen Grubenwässer sind Grundlage für den seit 1906 bestehenden Kurbetrieb in Joachimsthal /Jachymov.

Nach Umfahrung von Oberwiesenthal und  Grenzübertritt bei Bozi Dar zweigte unser Bus von der Hauptstraße nach Abertamy ab. In der Ortsmitte bogen wir nach dem Ortsteil Hrebezna ab und erreichten unser Ziel.

Der Anstieg bis zur Grube Mauritius war beschwerlich und so wurden einige Bergkameraden mit dem PKW unserer tschechischen Freunde gefahren.

In zwei Gruppen besichtigten wir  unter Führung von zwei freundlichen tschechischen Bergkameradinnen die Grube und den Stollen.

Die Grube Mauritius war das größte Zinnbergwerk im böhmischen Teil des Erzgebirges und war fast ununterbrochen 400 Jahre in Betrieb, d.h. seit Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1944.

Nach Anlegen der Schutzkleidung: Gelber Mantel, Gummistiefel, Helm und Kopflampe konnte die Befahrung beginnen. Den Stollen Christoph erreichten wir über eine 13 m Tiefe im Schacht Mauritius eingebaute Eisentreppe. Der Schacht hat eine Teufe von 140 m, davon sind 90 m verfüllt und geflutet. Zwei tiefer gelegene Sohlen sind erreichbar, aber nicht öffentlich zugänglich.

Unsere Begehung führte uns zuerst 145 m in Richtung des Stollenmundloches Christoph, vorbei an den Initialen  INRI  Jesus von Nazareth und einem Lichtloch.


Wir konnten bei der gesamten Befahrung die  schwere der bergmännischen Auffahrung mit Schlegel und Eisen erahnen. Auch die später angewandte Methode des Feuersetzens brachte zwar größeren Vortrieb, erleichterte die Arbeit der Bergleute nicht wesentlich.


Nach dieser Besichtigung führte uns der Stollen zurück in Richtung der großen Kammer vorbei an Geologischen Sehenswürdigkeiten, Wasserhaltungen, Bewetterungssystemen und der eingemeißelten Jahreszahl 1778.


Die Grube Mauritius befindet sich im  „Plattner Massiv“  und wird durch die zwei Zinnerzgänge „Mauritius“ und „Führiger“ gekennzeichnet. Der Erzgehalt liegt zwischen 0,2 und 2,0 Prozent.


Die große Kammer am Ende des Stollens ließ uns erstaunen: 65 m lang, 4 bis 9m breit und 15 bis 25 m hoch.  Die geologische und mineralogische Struktur der Kammer war beeindruckend. Aus der Kammer sind 120 Tausend Tonnen Zinnerz gewonnen und aus dem 120 Tonnen reines Zinn aufbereitet wurden.


Mit den gewonnen Eindrücken ging es nun zurück  zur Treppe im Schacht Mauritius nach Übertage. Die Schutzkleidung legten wir ab und bedankten uns bei unseren Führerinnen.


Mit dem Bus fuhren wir nun nach Abertamy und besuchten das Handschuhmuseum.

Nach Ende des Bergbaus im Revier entwickelte sich im Gebiet um Jachimov und Abertamy eine umfangreiche und erfolgreiche Handschuhfabrikation.


Anschließend fuhren wir zum Mittagessen im Berghotel Plesivec. Wir konnten „A la Carte“ gute böhmische Küche und Bier genießen.


Mit neu gewonnen Kenntnissen und Eindrücken und einem kleinen Beitrag zur tschechisch-deutschen Bergbrüderschaft fuhren wir entspannt nach Hause.



 Georg Watzik