Zweites bergmännisches Ablichteln in Niederschlema

In der Zeit rund um den 2. Februar wird das Erzgebirge zunehmend Schauplatz traditioneller Veranstaltungen, bei denen die Pyramiden angehalten werden und die Lichter der Weihnachtszeit erlöschen. War dies vor einigen Jahren noch vor allem in Zwönitz der Brauch, entdecken nun mehrere Orte der Region diese Sitte für sich. So fanden in diesem Jahr gleich mehrere Veranstaltungen zum Brauch um Maria Lichtmess statt – etwa in Raschau-Markersbach, in Bockau, in Olbernhau, in Zschorlau und in Bienenmühle.

Auch Niederschlema beging am Samstag vor dem 2. Februar ein zweites Mal ein bergmännische Ablichteln in einer leicht abgewandelten Form. Ein kleiner Bergaufzug zur Ortspyramide vor dem alten Rathaus Niederschlemas – am Fuße des ehemaligen Wismut-Schachts 38 – leitete die Zeremonie ein. Vier Vereine aus der Umgebung waren mit rund 50 Trachtenträgern dabei und versetzten rund 250 Gäste noch einmal in eine besinnliche Weihnachtsstimmung. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Verein der Feuerwehr-Oldtimer Schlema e.V. gemeinsam mit dem BTV Wismut. Unterstützt wurden sie von der Bergbrüderschaft Bad Schlema, dem Historischen Bergbauverein Aue und der Bergbrüderschaft „Schneeberger Bergparade“ e.V. sowie der Jugendfeuerwehr Bad Schlema.

Das kleine Zeremoniell auf dem Platz vor der Ortspyramide wurde von Einwohnern und Besuchern aufmerksam verfolgt. Der Platz war sehr gut besucht. Moderiert wurde die Veranstaltung von Bergkamerad Andreas Rössel. Ein eigens für den Anlass verfasstes Gedicht wurde vorgetragen, und der Ortsvorsteher Dr. Oliver Tietzmann sowie die Pfarrerin der evangelischen Kirche Niederschlemas überbrachten ein Grußwort, Worte der Andacht und Segen. Natürlich erklangen auch traditionell bergmännische Musikstücke und Bergmärsche. Dann hieß es: „Halt an und Licht aus.“ Die Pyramide wurde angehalten und die Lichter wurden gelöscht. Damit endete die Weihnachtszeit auch in Niederschlema. Die Besucher freuten sich trotzdem, auch wenn die besinnliche Zeit damit endete, über das gemütliche Beisammensein bei Glühwein und Grillwürsten. Außerdem konnten Donnerkerzen gekauft und am Lichtmesslicht entzündet werden.

Beim zweiten Mal wurde die Veranstaltung erneut zelebriert. Vielleicht entwickelt sich hier eine kleine, schöne Tradition – nicht groß, laut und bunt wie in Zwönitz oder anderen Orten, sondern schlicht, bodenständig und ehrlich von den Menschen vor Ort – für die Menschen im Ort.

 

Zur Lichtmess in Niederschlema von Andreas Rössel

 

Glück auf, der Bergmann grüßt das Licht,

das Dunkel weicht, die Hoffnung spricht.

Zum Ablichteln, zum zweiten Mal,

erfüllt ein Funkeln wieder das Tal.

 

Die Weihnacht liegt nun hinterm Jahr,

doch Wärme bleibt im Herzen wahr.

Maria Lichtmess, hell und rein,

bringt Freude in die Herzen ein.

 

In Niederschlema, still und fein,

zieht Frieden in die Menschen ein.

Die Glocken läuten, klar und weit,

verabschieden die Weihnachtszeit.

 

Die Weihnachtszeit ist nun vorbei,

doch Glanz und Wärme bleiben treu.

Im Dorf erstrahlt der Kerzenschein,

wie einst im Schacht das Erzgestein.

 

Ein neuer Anfang leise lacht,

der Frühling schlummert überm Schacht.

Und durch das Tal, in jedem Hall,

klingt’s kräftig: „Glück auf!“ im Schlematal.