Drei besondere Bergparaden in der Adventszeit 2025

Wie schon seit vielen Jahren nahm die Paradegruppe des BTV Wismut auch 2025 wieder an den traditionsreichen Bergparaden in der Adventszeit teil. Insgesamt war sie bei neun von dreizehn Paraden vertreten. Hier sollen besonders drei davon hervorgehoben werden.

Den Auftakt bildete am Samstag vor dem ersten Advent die große Europäische Bergparade in Chemnitz. Der Name war Programm: Diese Parade markierte den Abschluss des Kulturhauptstadtjahres 2025. Mehr als 1.100 Teilnehmer aus 42 Vereinen des Sächsischen Landesverbands der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e.V., darunter die Paradegruppe des BTV Wismut mit 13 Teilnehmern, sowie etwa 120 Bergkameraden aus der Tschechischen Republik, Niedersachsen, Hessen, Thüringen und Brandenburg waren als Gastvereine dabei und brachten das Spektakel in die Stadt. Tausende Schaulustige verfolgten die Parade bei schönsten Sonnenschein entlang der Paradestrecke und applaudierten den Akteuren, die aufgrund der großen Beteiligung um mehrere hundert Meter verlängert wurde. Besonders reizvoll war die Kehrtwende hinter der Brückenstraße: Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit vor dem Karl-Marx-Monument einen Blick auf das Paradeband zu erhaschen. Der Höhepunkt war das Abschlusszeremoniell auf dem Theaterplatz. Vor Tausenden begeisterter Zuschauer feierten die Vereine bergmännisches Brauchtum mit musikalischem Gebet und dem gemeinsamen Singen des Steigerliedes. Diese Parade wurde im MDR-Fernsehen übertragen.

Es folgten weitere Bergparaden mit der Teilnahme der Paradegruppe des BTV Wismut in Oelsnitz, Aue, Schneeberg, Zwickau, Schwarzenberg und Lößnitz an den darauf folgenden Tagen und Wochenenden.

Am letzten Wochenende standen zwei Paraden auf dem Programm, die wie in Chemnitz zu den Höhepunkten zählten. Am Samstag vor dem vierten Advent fuhren neun Uniformträger des BTV Wismut nach Dresden. Eine Bergparade in Dresden ist eine Besonderheit: Die letzte lag 2011, vor 14 Jahren, zurück. Warum in der Landeshauptstadt Dresden? Diese Parade bildete den Höhepunkt des 591. Dresdner Striezelmarktes und würdigte die reiche Bergbautradition Sachsens, die seit 2016 zum Immateriellen Kulturerbe zählt. Mehr als 500 Trachtenträger und Bergmusiker zogen durch die Altstadt – vom Terrassenufer über den Theaterplatz vor der Semperoper, am Fürstenzug vorbei, um die Frauenkircheherum und durch den Torbogen des Dresdner Schlosses bis zum Kulturpalast gegenüber dem Striezelmarkt. Das feierliche, stimmungsvolle Abschlusszeremoniell ließ die Geschichte und das Erbe des Bergbaus lebendig werden – ein emotionaler Höhepunkt. Bereits 1719 ließ August der Starke anlässlich der prunkvollen Hochzeit seines Sohnes das Saturnfest in ein glanzvolles Fest des erzgebirgischen Berg- und Hüttenwesens verwandeln und legte damit die Anfänge des Brauchs. Der damalige Höhepunkt war der große Bergaufzug. Die einzigartige Atmosphäre der Stadt machte auch den Paradeteilnehmern dieses Ereignis zu etwas ganz Besonderem: Rund 130.000 Besucher verfolgten die Parade und das Zeremoniell an diesem Tag.

Am kommenden Sonntag, dem vierten Advent, stand die große Abschlussbergparade traditionell in Annaberg-Buchholz auf dem Programm. 17 Mitglieder der Paradegruppe formierten sich im Marschband der Vereine. Die Stadt war erneut voller Menschen; schätzungsweise 30.000 Besucher verfolgten das Geschehen. Auch diese Bergparade wurde in einer aufwendigen Fernsehaufzeichnung im MDR gezeigt. Etwa 1.190 Teilnehmer – nochmals mehr als in Chemnitz – bildeten die Parade. Das Abschlusszeremoniell fand auf dem Kirchplatz vor St. Annen statt und stimmte alle Besucher auf die nahende Weihnachtszeit ein.

Die vorweihnachtlichen Bergparaden 2025 brachten der Paradegruppe des BTV Wismut einen neuen Teilnehmerrekord: 115 Einsätze bei neun Bergparaden sind für die vergleichsweise kleine Gruppe ein beachtlicher Erfolg. Dies zeigt, dass Wismut und die dazugehörigen Traditionen in der Mitte der historischen Habitträger ihren festen Platz gefunden haben und anerkannt werden.

Zum Dank für die engagierte Vereinsarbeit im gesamten Jahr 2025 trafen sich die Gruppenmitglieder am 30. Dezember zu einem „Dankeschön-Glühweinumtrunk“. Den Abschluss des Bergjahres bildete das gemeinsame Singen bergmännischer Lieder. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt, und es gab einige amüsante Späße – ganz, wie es sich unter Bergleuten ehört.


Text: Andreas Rössel


BP Chemnitz25 Foto Andreas Rössel

BP Chemnitz25 Foto BTVW

BP Chemnitz25 Foto Ray Lätzsch

BP Dresden Foto Beate Georgi

BP Dresden25 Foto Udo Brückner

BP Chemnitz25 Foto unbekannt

BP Dresden Foto Stefan Seidel

BP Annaberg25 Foto Facebook2