Exkursion in die alte Bergstadt Freiberg

Am 19.09.2019 besuchten 20 Bergkameraden der Regionalgruppe Chemnitz unseres Traditionsvereins die Bergstadt Freiberg mit dem Ziel, die Übertageanlagen des Lehrbergwerkes der TU Bergakademie Freiberg „Alte Elisabeth“ zu besichtigen.

Bereits auf der Anreise im Bus unterrichtete uns der Bergkamerad Dr. M. Schauer über die Geschichte des Freiberger Bergbaus vom Jahre 1168 bis zur Einstellung des Erzbergbaus im Jahre 1969.

Auf dem Ausschnitt einer von der SAG Wismut erstellten geologischen Karte imMaßstab 1 : 100 000 (Blatt Chemnitz, Autor WATZNAUER 1954) waren zahlreiche der ca. 1 000 Erzgänge des Brand-Freiberger-Reviers eingetragen. Das gesamte Bergrevier erstreckt sich auf einem Gebiet von 5 km x 6 km – hier wurden in der gesamten ergbaugeschichte ca. 5 000 Tonnen Silber gefördert, das Freiberg zu Deutschlands „Silberstadt“ machte. Interessant ist, dass der Kurfürst Otto von Meißen das Bergregal nach den ersten Silberfunden erwarb und in seinen letzten Lebensjahren von 1168 bis 1195 sieben Tonnen Silber „sein Eigen“ nennen konnte. So erhielt der Kurfürst Otto von der Freiberger Bevölkerung den sinnvollen Namen „Otto der Reiche“ und man errichtete ihm ein Denkmal auf dem Obermarkt der Bergstadt.

Der Silberbergbau in Freiberg erlebte vier „Blütezeiten“ in denen deutlich wird , dass Probleme der Wasserhaltung aber auch kriegerische Auseinandersetzungen, wie der 30-jährige und der 7-jährige Krieg, einen erfolgreichen Bergbau stark einschränkten.

Die Gründung der Bergakademie Freiberg im Jahre 1765 war die Voraussetzung für die Entwicklung eines wissenschaftlich geführten Bergbaus. In der 3. Blütezeit des Freiberger Bergbaus von 1765 bis 1913 wurden jährlich bis zu 35 Tonnen Silber gewonnen – ein deutliches Zeichen für die große Bedeutung von Wissenschaft und Technik im Bergbau.

Auf der „Alten Elisabeth“ empfing uns im Habit der Freiberger Bergleute Dr. Flötgen und vertiefte unser Wissen über den Freiberger Bergbau. Er führte uns in die Betstube mit der originellen Orgel, beschrieb in der „Scheidebank“ die schwere und ungesunde Arbeit der Grubenjungen und erläuterte die Förderung in einem tonnlägigen Schacht. Ein esonderes Erlebnis war die Inbetriebnahme (mit Druckluft) der alten Balancier - Dampfmaschine mit stehendem Zylinder, die von 1849 bis 1913 auf der „Alten Elisabeth“ in Betrieb war.

Nach der Besichtigung dieser sehr interessanten Anlage, die sicherlich ein besonderes Highligth im Sinne des „Weltkulturerbe Sächsisches Erzgebirge“ sein wird, fuhren wir mit unserem Bus weiter nach Klingenberg-Colmnitz und besuchten die „Stracos Erlebniswelt“. Diese vielgestaltige Ausstellung stimmte uns auf die bevorstehende Weihnachtszeit ein – lange dauert's nicht mehr und es „weihnachtet“ wieder.

Glück auf!

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Die Exkursionsteilnemer vor der Orgel