Unsere Mettenschicht 2019

Wir, die Mitglieder der Regionalgruppe Königstein des Bergbautraditionsvereins Wismut e. V., hatten, wie jedes Jahr, die bei uns inzwischen zur Tradition gewordene Mettenschicht in den Arbeitsplan für 2019 aufgenommen. Anfangs hatten wir noch keine Vorstellung, wo und wie wir unsere Mettenschicht im Jahre 2019 gestalten könnten. Grund dafür war, dass wir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr über die entsprechenden Räumlichkeiten im Objekt des Wismut-Betriebes in Königstein verfügten. Da kam die Idee von Bergkamerad Lukoschek, doch unsere Mettenschicht ins Besucherbergwerk Marie Louise-Stolln nach Berggießhübel zu verlegen. Gleich stimmten alle anwesenden Mitglieder dieser Idee und auch der Teilnahme der jeweiligen Ehepartner zu. Also bestellten wir gleich und rechtzeitig die Eintrittskarten für den 12. Dezember 2019 in der Anmeldung des Besucherbergwerkes. Die Nachfrage nach Eintrittskarten in diesem Besucherbergwerk ist sehr groß und schnell ausgebucht.  

So trafen wir uns am 12. Dezember 2019 um 18.30 Uhr im Besucherbergwerk. Dort angekommen, wurden wir alle mit einem Schutzhelm ausgestattet und der ersten von drei einzufahrenden Gruppen zugeteilt. Die Kapazität für jede einzelne Mettenschicht ist aus Sicherheitsgründen auf 55 Besucher begrenzt worden. Unsere Gruppe bestand aus insgesamt 10 Personen (6 Mitglieder und 4 angehörige Frauen). Wir waren sehr gespannt und neugierig, was uns im Stolln erwartet. Als Bergwerksführer wurde uns der versierte Bergkamerad Ulrich Schulze zugeteilt. Er übernahm für uns die bergmännische Führung bis hin zum Mutter Gottes-Lager, dem ehemaligen Hauptabbauort des Bergwerkes. Mit einem Glück auf fuhren wir dann auch schon in den Stolln ein. Auf dem Weg zum Mutter Gottes-Lager erläuterte er uns sehr viele Details, welche sonst bei normalen Führungen nicht zur Sprache kommen. Am Ziel angekommen, wurde uns ein reich gedeckter Tisch, nur für uns 10 alleine und direkt am untertägigen Bergsee, zugewiesen. Unterhalb des kleinen Bergsees befinden sich noch 5 weitere Sohlen, die durch die Teufung abgesoffen sind. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Programmführer wurde gemeinsam das Steigerlied gesungen, begleitet von einem Keybordspieler. Danach wurde der Bergwerksschmaus eröffnet. Er bestand aus einer heißen Erbsensuppe, Wiener, Knackern, Fett, Bemme, Gurke. Als Getränk standen Glühwein, Tee, Bier und alkoholfreie Getränke zur Auswahl. Bedient wurden wir von den Helfern und auch von den Bergwerksführern. Unsere Tassen blieben nicht lange leer. Ständig wurde nachgefüllt. Während wir den Bergwerksschmaus genossen, wurden wir sehr gut unterhalten. Es wurde nicht nur überwiegend gemeinsam gesungen, u. a. auch schon fast in Vergessenheit geratene alte Bergmanns-, Volks- und Weihnachtslieder, sondern auch bergmännisch geschichtliche Rückblicke vermittelt. Bei der Unterhaltung fehlten auch Witze nicht. Die  Lachmuskeln wurden auch ganz schön beansprucht.

Das Ende der Mettenschicht wurde nach ca. 2,5 Stunden mit dem Singen des Steigerliedes eingeläutet. Die Tassen (mit dem Logo des Besucherbergwerkes versehen), aus denen wir getrunken hatten, waren anfangs mit einem kleinen Grubenschnaps, einem eingerollten Papier mit dem Steigerlied zum Inhalt und einer Schokolade gefüllt. Diese Tasse sowie deren anfänglicher Inhalt, konnte bei der Ausfahrt mitgenommen werden.

Nach der Ausfahrt aus dem Stolln mit dem Bergmannsgruß Glück auf und der Verabschiedung von unserem Bergwerksführer, kam es noch zu einer kurzen positiven Auswertung.

Schlussfolgernd ist zu sagen, dass es uns allen sehr gut gefallen hat und wir das Besucherbergwerk Marie Louise-Stolln in Berggießhübel im allgemeinen sowie auch die Mettenschichten weiterempfehlen.

Glück auf! Sabine Schulze und Werner Schiffner